Vom Druckjob zum Produktionsfluss: Grenzebach zeigt automatisiertes und nahtlos vernetztes Post-Processing auf der Formnext
- Auf der Formnext zeigt Grenzebach Additive Solutions, wie einzelne Nachbearbeitungsschritte automatisiert und nahtlos zu einem durchgängigen Produktionsfluss verknüpft werden
- Herstellerunabhängige Integration ermöglicht die Einbindung bestehender und neuer Anlagen sowie Partnerlösungen
- Formnext 2026, Halle 12.0, Stand D61
HAMLAR, FRANKFURT/Deutschland. Grenzebach Additive Solutions erweitert sein Angebot für die additive Fertigung: Aufbauend auf seinen einzelnen Automatisierungslösungen bietet das Unternehmen nun auch herstellerunabhängige End-to-End-Lösungen für die gesamte Nachbearbeitungsumgebung und übernimmt dabei die Gesamtprojektverantwortung. Wie dieser Ansatz in der industriellen Praxis funktioniert, zeigt Grenzebach Additive Solutions auf der Formnext 2026. Im Mittelpunkt stehen die intelligente Automatisierung und Verkettung der Nachbearbeitungsschritte zu einem nahtlosen Produktionsfluss. Denn in der additiven Serienfertigung bestimmt nicht allein die Geschwindigkeit des 3D-Druckers die Produktivität. Druck, Abkühlung, Entpulverung, Transport und weitere Nachbearbeitungsschritte haben unterschiedliche Prozesszeiten. Grenzebach automatisiert und vernetzt diese einzelnen Schritte mechanisch, elektrisch und digital zu einem durchgängigen Produktionsfluss.
Automatisierte Nachbearbeitung intelligent zu einem nahtlosen Produktionsfluss verknüpfen
Eine zentrale Aufgabe bei der Industrialisierung der additiven Fertigung besteht darin, unterschiedlich getaktete Prozessschritte aufeinander abzustimmen. Grenzebach Additive Solutions kombiniert dafür automatisiertes Be- und Entladen mit Transport-, Puffer- und Nachbearbeitungslösungen.
Puffer spielen dabei eine wichtige Rolle: Ein abgeschlossener Baujob kann beispielsweise automatisiert aus dem Drucker entnommen und außerhalb der Anlage für den nächsten Prozessschritt bereitgestellt werden oder abkühlen. Der Drucker steht dadurch schneller für den nächsten Baujob zur Verfügung. Auch nachgelagerte Prozesse wie das Entpulvern können parallel zum nächsten Druckvorgang erfolgen.
Autonome Transportlösungen übernehmen den Materialfluss zwischen den einzelnen Stationen. Abhängig vom Verfahren und Bauteil können so auch besondere Prozessanforderungen berücksichtigt werden. Im Metall-3D-Druck lassen sich beispielsweise heiße Bauteile in geeigneten Transportcontainern unter Schutzgas zur nächsten Station befördern.
„Für eine produktive additive Serienfertigung reicht es nicht, einzelne Maschinen zu optimieren. Entscheidend ist, was zwischen den Maschinen passiert. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, die Prozesse zwischen den Maschinen zu automatisieren und nahtlos miteinander zu verknüpfen. Unterschiedliche Prozesszeiten, Materialflüsse und Technologien müssen intelligent aufeinander abgestimmt werden, damit sie als ein Gesamtsystem funktionieren. Genau hier liegt unsere Stärke: Wir betrachten die komplette Nachbearbeitungsumgebung, automatisieren die einzelnen Schritte und verknüpfen sie zu einem nahtlosen Produktionsfluss. Dabei übernehmen wir die Verantwortung dafür, dass alle Elemente effizient und zuverlässig zusammenspielen.“
Mechanisch, elektrisch und digital vernetzt
Für einen durchgängigen Produktionsfluss reicht es nicht aus, Bauteile lediglich von einer Station zur nächsten zu transportieren. Erst die nahtlose Integration aller Anlagen und Systeme schafft die Voraussetzungen für eine effiziente industrielle Serienfertigung. Grenzebach verbindet dafür Materialfluss, Automatisierung und digitale Prozesssteuerung zu einer durchgängigen Produktionsumgebung. Dabei kombiniert das Unternehmen eigene Maschinen und Automatisierungslösungen für das Post-Processing mit bestehenden Anlagen und Lösungen weiterer Hersteller. So lassen sich automatisierte Materialhandhabung und Entpulverung, Lager- und Pufferlösungen sowie weiterführende Nachbearbeitungsprozesse bis hin zu CNC-Anlagen intelligent zu einem durchgängigen Produktionsfluss vernetzen.
Dabei ist Grenzebach nicht an einen bestimmten Druckerhersteller gebunden. Bereits vorhandene Anlagen können ebenso Teil des Konzepts sein wie neu beschaffte Systeme. Wird eine Fertigung neu aufgebaut, kann Grenzebach bei Bedarf auch den 3D-Drucker und weitere benötigte Anlagen in das Gesamtprojekt einbeziehen.
Integration beginnt beim Produktionsprozess
Welche Automatisierung sinnvoll ist, hängt von der jeweiligen Produktionsumgebung ab. Deshalb beginnt Grenzebach mit einer Analyse des Bedarfs und der bestehenden Prozesse. Auf dieser Basis entsteht ein individuelles Automatisierungskonzept. Vorhandene Maschinen werden dabei nach Möglichkeit in den optimierten Fertigungsprozess integriert. Auch die Simulation des entwickelten Konzepts kann Teil des Engineerings sein.
„Wir starten nicht mit einem Produktkatalog, sondern mit der Produktion des Kunden. Welche Anlagen sind vorhanden? Wo entstehen Wartezeiten und manuelle Schnittstellen? Welche Kapazitäten sollen künftig erreicht werden? Daraus entwickeln wir ein Konzept, das die einzelnen Prozessschritte sinnvoll miteinander verbindet und mit den Anforderungen des Kunden wachsen kann.“
Das Ziel ist ein Produktionsfluss, bei dem Maschinen und Nachbearbeitungsprozesse möglichst effizient zusammenspielen. Durch die Entkopplung einzelner Prozessschritte können Stillstandzeiten reduziert, manuelle Tätigkeiten verringert und vorhandene Anlagen besser ausgelastet werden. Gleichzeitig unterstützen automatisierte Prozesse eine gleichbleibende und rückverfolgbare Bauteilqualität.
Integrationserfahrung aus industriellen AM-Projekten
Dass sich unterschiedliche Anlagen und Prozessschritte zu einer durchgängigen Produktionsumgebung verknüpfen lassen, hat Grenzebach bereits in wegweisenden AM-Projekten unter Beweis gestellt. Während das Unternehmen im POLYLINE-Projekt seine Automatisierungsexpertise für die Integration der additiven Kunststofffertigung in industrielle Produktionsabläufe einbrachte, entwickelt es im Forschungsprojekt nexAMo mit weiteren Partnern Lösungen für die flexible Automatisierung und Intralogistik in der additiven Metallfertigung.
Auch einzelne Prozessschritte sind bereits industriell skalierbar umgesetzt. Bei der Grenzebach Dual Setup Station werden Baubehälter vollautomatisch be- und entladen. Eine Pufferstation ermöglicht den Austausch der Baubehälter, sodass Stillstandszeiten reduziert werden und das Entpulvern erfolgen kann, während der nächste Baujob bereits läuft. 2026 erhielt Grenzebach von EOS einen Großauftrag über 155 Dual Setup Stations.
Auf dieser Erfahrung baut Grenzebach Additive Solutions sein End-to-End-Angebot auf: Die vorhandene Kompetenz in Automatisierung und Anlagenintegration wird auf die gesamte Nachbearbeitungsumgebung übertragen. Grenzebach übernimmt dabei die Rolle des zentralen Ansprechpartners und Gesamtprojektverantwortlichen.







