Geboren im Süden Indiens, zog er 1993 nach Pune, wo er ein Studium der Mechatronik absolvierte—einem Fachgebiet, das Maschinenbau und Elektrotechnik miteinander verbindet. Familie stand für ihn schon immer im Mittelpunkt seines Lebens, und genau diese Werte von Loyalität, Zusammenhalt und Fürsorge prägen auch sein berufliches Handeln.
Seine Karriere startete er passenderweise ebenfalls in einem Familienunternehmen: bei einem italienischen Automobilzulieferer, der auf Fahrwerkskomponenten spezialisiert war. Dort fungierte er als Bindeglied zwischen Technologie und Mitarbeitern. Er installierte nicht nur komplexe und hochwertige Maschinen, sondern schulte auch die Bediener darin, diese zu programmieren und effizient zu nutzen.
Von 1993 bis 2006 blieb er dem Unternehmen treu—nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus Überzeugung. „Wenn du wächst, wächst auch das Unternehmen“, sagt Prasanna Hegde. Für ihn ging es bei der Arbeit nie nur um Aufgaben oder das Gehalt, sondern darum, Einsatz zu zeigen, Potenziale zu entfalten und gemeinsam eine Zukunft zu gestalten, in der sowohl er selbst als auch das Unternehmen wachsen können.
Sein letzter Auslandseinsatz führte ihn 2019 nach Vietnam. Anschließend kehrte er während einer Phase organisatorischer Veränderungen nach Indien zurück. Als Grenzebach begann, vor Ort zu produzieren, übernahm er die Position des Managing Director von Grenzebach India.
Seine Arbeit brachte ihn mit unterschiedlichsten Kulturen in Kontakt, die alle einen bleibenden Eindruck hinterließen. Wenn er an seine Zeit in Deutschland denkt, lächelt er: „In Indien nimmt man auch nach Feierabend noch geschäftliche Anrufe entgegen – in Deutschland eher nicht.“ Diese Erfahrung betrachtet er als wertvolle Lektion, die er bewusst in sein eigenes Leben übernommen hat. Er legt großen Wert darauf, Berufs- und Privatleben voneinander zu trennen, um beiden Bereichen die notwendige Aufmerksamkeit und Energie widmen zu können.
Abseits bekannter Wege
Schnell kommt das Gespräch auf ein Thema, für das er besonders brennt: sein Leben außerhalb der Arbeit—genauer gesagt seine Leidenschaft für Offroad-Fahrten.
Alles begann in seinen Zwanzigern, als er mit dem Motorrad vom Büro nach Hause fuhr. Inspiriert von Stuntfilmen begann Prasanna Hegde bald, über den täglichen Arbeitsweg hinaus neue Strecken zu erkunden, Touren zu unternehmen und abseits befestigter Straßen unterwegs zu sein. Im Laufe der Jahre legte er beeindruckende 150.000 Meilen zurück und bereiste alle Bundesstaaten Indiens sowie Bhutan und Nepal. Später tauschte er zwei Räder gegen vier.
Heute besitzt er die internationale Zertifizierung der International Four Wheel Drive Trainers’ Association (I4WDTA), der weltweit führenden Organisation für Standards und Trainerausbildung im Bereich Allradfahrzeuge. Der Erwerb dieser Qualifikation setzt das Bestehen einer offiziellen Prüfung voraus. Autofahren in Indien, erklärt er, ist alles andere als einfach. Der Verkehr kann chaotisch und unberechenbar sein und erfordert jederzeit höchste Aufmerksamkeit und Konzentration. Als zertifizierter Trainer genießt Prasanna Hegde nicht nur selbst Offroad-Abenteuer, sondern unterstützt auch andere, wenn sie unterwegs einmal feststecken. Seit fünf Jahren verbringt er viele Wochenenden damit, neue Strecken abseits der Straßen zu erkunden, unter freiem Himmel zu campen und seine Fähigkeiten weiterzuentwickeln—oft gemeinsam mit seiner Tochter und seiner Familie. Am Montag kehrt er dann mit neuer Energie an seinen Arbeitsplatz zurück.
Fragt man ihn nach einem besonderen Erlebnis während seiner vielen Besuche am deutschen Hauptsitz in Hamlar, fällt ihm sofort eine Geschichte ein. Bei seinem ersten Besuch kam Rudolf Grenzebach mit dem Fahrrad und seinem Hund zur Arbeit und begrüßte die Mitarbeitenden persönlich. Das beeindruckte ihn nachhaltig. Freitags, wenn die Arbeit erledigt war, saßen alle zusammen, tranken ein Bier, unterhielten sich und lachten—nicht als Vorgesetzte und Mitarbeitende, sondern wie Freunde, wie eine Familie. Selbst ehemalige Beschäftigte kamen regelmäßig in die Kantine, um sich auszutauschen. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm ein Freitagabend, an dem er noch spät im Unternehmen war. Maria Grenzebach kam auf der Suche nach ihm vorbei und scherzte, er würde „Rudolf betrunken machen“. Darüber muss Prasanna Hegde heute noch lachen.
Neue Wege beschreiten
Für Prasanna sind es genau solche Momente, die den Unterschied ausmachen und ihn bis heute motivieren. Als Managing Director von Grenzebach India verantwortet er derzeit einen vergleichsweise kleinen Produktionsstandort. Sein Ziel ist es, die Fertigungskapazitäten weiter auszubauen und den Kundenstamm in Indien zu vergrößern, um das Wachstum des Standorts nachhaltig voranzutreiben. Und er ist überzeugt: Erfolg ist möglich, wenn alle gemeinsam auf dasselbe Ziel hinarbeiten—manchmal auch abseits der bekannten Wege.













