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Experimente mit praktischem Nutzen im Blick: Schon immer das Ding von Thorsten Rehbock.

Popcorn. Diesen Vergleich wählt Thorsten Rehbock, um Laien zu erklären, wie aus Quarzsand Cristobalit entsteht. Die gelblich-weißen Sandkörner, die in der Natur vorkommen, gehen durch große Hitze auf, nehmen an Volumen zu und ändern ihre Farbe zu strahlend weiß. Statt wie beim Popcorn Salz oder Zucker zuzufügen, wird bei der Cristobalit-Produktion in geringen Mengen ein chemisches Additiv beigefügt. Durch Einblasen von Luft, durchs Abkühlen, nimmt Cristobalit die endgültige Form an. Fernab des Vergleichs für Laien: Damit aus Quarzsand der hoch abriebfeste Werkstoff Cristobalit für Küchenplatten oder Straßenmarkierungen wird, braucht es hochkomplexe Verfahrenstechnik. Und hochkomplexe Verfahrenstechnik ist die Domäne von Thorsten Rehbock.

Vielfalt rund um den Wirbelbettkühler

Da war es ein Traum für den 34-Jährigen, wesentlich an der Realisation einer Cristobalit-Anlage in Vietnam mitzuwirken. Ein Traum mit vielen einzelnen Traumaufgaben: Dem Kunden ebenso fachlich tiefschürfend wie anschaulich die chemophysikalischen Prozesse erläutern; und die Anlage im Detail durchrechnen und somit die Dimensionen ermitteln; sich zum Bau von Drehrohrofen oder Wirbelbettkühler mit Lieferanten abstimmen; Aufbau und Inbetriebnahme der Anlage in Asien begleiten. Knisternde Vielfalt, wie in der Popcorn-Tüte.

Was ich an der Verfahrenstechnik außerordentlich schätze, sind die vielen verschiedenen Anwendungsfelder.

Wie der Zivildienst prägt

Popcorn. Das hat Thorsten Rehbock als Schüler und Student an Tausende von Kinobesuchern verteilt. In seiner Heimatstadt Papenburg, Niedersachsen, jobbte er in einem Service-Kino. Mehr als die Charaktere in den Filmen faszinierten ihn die Zuschauertypen, die mit Popcorn und Bier, mit Eis und Kaffee zu versorgen waren. „Den Umgang mit vielen verschiedenen Menschen mag ich einfach“, sagt der 34-Jährige. Einen ganz eigenen Zugang zu Menschen habe er durch seine Aufgabe im Zivildienst gefunden. Er unterstützte eine Wohngruppe schwerstbehinderter Männer. Die meisten konnten nicht sprechen, kommunizierten rein über Gestik und Mimik. „Seither sehe ich Menschen mit anderen Augen. Im Zivildienst habe ich echt viel fürs Leben gelernt.“

2011 in Bad Hersfeld eingestiegen

Das Leben von Thorsten Rehbock spielt sich seit 2011 in Bad Hersfeld ab. Er folgte seiner heutigen Frau Beata, die aus Legnica in Polen stammt und für den Studien-Abschluss an die Fachhochschule Münster kam. Auch Thorsten Rehbock hatte dort Chemieingenieurwesen in englischer Sprache belegt. Beata Rehbock startete im Vertrieb bei Grenzebach in Bad Hersfeld, Thorsten Rehbock fing kurze Zeit später in der Verfahrenstechnik an. Grenzebach war Rehbocks erster Arbeitgeber nach dem Studium, der 34-Jährige ist inzwischen stellvertretender Leiter der Abteilung „Process Engineering“. Schon in der Angebotsphase in die Cristobalit-Anlage für Vietnam einzusteigen, sich um Konzeption und Auslegung zu kümmern und auf der Baustelle in Asien dafür zu sorgen, dass aus den Plänen eine reale Anlage entsteht, das war und ist ganz großes Verfahrenstechnik-Kino für Thorsten Rehbock.

Chemie und Technik ganz praktisch verbinden – das hat mich immer schon fasziniert. Daher war es mir auch wichtig, meine Bachelor- und Masterarbeit in der Industrie zu machen.

Ankommen mit Rumba und Chachacha

Um in Hessen anzukommen und über die Arbeit hinaus Menschen kennenzulernen, empfiehlt Thorsten Rehbock Sport im Verein. Zusammen mit seiner Frau Beata tanzte er im Verein. Mit Rumba und Chachacha holten sie sich das ein oder andere Tanzsportabzeichen. Der 34-Jährige spielte auch Fußball im Verein. Und um die Gegend zu erkunden, schwang und schwingt er sich immer wieder aufs Motorrad. „Ich komme ja von der Küste – da liegt Bad Hersfeld im Vergleich schon im Hochgebirge.“ Rhön, Vogelsberg, Thüringer Wald – alles lohnende Ausflugsziele für Thorsten Rehbock. Seit der dreijährige Sohn Philip im Kindergarten ist, erweitere sich der Bekannten- und Freundeskreis zusätzlich.

Verfahrenstechnik für die Energiewende

Popcorn und Bier. Beim Popcorn wechselte Rehbock während seiner Kino-Job-Phase von süß zu salzig. Heute isst er es nur noch, wenn er daheim mit seiner Frau einen Kinoabend für Sohn Philip veranstaltet. Bier braut der 34-Jährige selber im Einmachtopf. Chemie ganz praktisch anzuwenden, das kennt er von klein auf: Sein Vater ist Chemiker – und daheim wurde immer viel ausprobiert und experimentiert. Während der Bachelor- und der Master-Phase war Rehbock in der Industrie tätig und betreibt Verfahrenstechnik heute aus Leidenschaft. „Ich mag die Vielseitigkeit sehr.“ Eine große Cristobalit-Anlage zu entwickeln und aufzubauen, das würde er gerne bald wieder machen. Ein weiteres Traumprojekt: Mit zwei Universitäten hat er erforscht und entwickelt, wie sich Wüstensand als Wärmespeicher nutzen und die gespeicherte Wärme in Strom umwandeln lässt. Rehbock fand eine praktische Antwort darauf, wie sich ein Kühler für diese Aufgabe einsetzen lässt. Der Prototyp ist fertig. Gut möglich, dass das Energiewende-Projekt bald in Serie geht. Ein Verfahrenstechnik-Traum mit Happy End für den Klimaschutz. Filmreif.

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