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Schon der Urgroßvater von Carsten Burkert befasste sich mit Trocknungsanlagen.

Ein Blick in die Vergangenheit: Hoch geht es her in der Werkshalle der Firma Schilde in Bad Hersfeld. Jakob Hildebrandt und seine Kollegen in der Stanzerei kommen kaum nach – so viele Teile werden gebraucht für Ventilatoren und Trocknungsanlagen in der Industrie. Heute, ein Jahrhundert später, befasst sich der Urenkel von Jakob Hildebrandt, Carsten Burkert, mit der Dimensionierung von Holztrocknern. „Mein Urgroßvater Jakob war Vorarbeiter in der Stanzerei, mein Großvater Rolf war als Kaufmann in der Firma tätig, mein Vater Bernd arbeitete unter anderem als Techniker und Projektleiter in der Holzabteilung.“ Die Familie Burkerts begleitet die Geschichte der Firma Schilde über Babcock BSH bis zur heutigen Grenzebach BSH.

Sonderwünsche lösen, Abwechslung genießen

Carsten Burkert wollte nach der Realschule unbedingt etwas Praktisches machen; heute tut er das auf insgesamt 400 Quadratmetern. So groß ist das Technikum von Grenzebach BSH, in dem unter anderem Rohmaterialien untersucht und verfahrenstechnische Abläufe getestet werden. Das Technikum, ein 400 Quadratmeter großes Plus im Wettbewerb. Der 48-Jährige verantwortet hier die Mechanik. Zusammen mit den neun Versuchsingenieuren und dem Elektriker am Standort in Hessen sorgt er dafür, dass die Maschinen, die im Technikum als Modell und Prototyp zu sehen sind, schließlich als individuelle Lösung beim Kunden laufen. Und das auf einem weiten Feld: Verfahrenstechnische Apparate beschäftigen die Bad Hersfelder ebenso wie Produktions-Anlagen für Baustoffe wie Gips oder Trockner für Holzfurniere. „Wenn ein Kunde eine Rohrleitung von C nach D statt von A nach B möchte, dann kümmere ich mich um Planung und Konstruktion des Umbauwunsches genauso wie um Fertigung und Montage“, erzählt Carsten Burkert. „Es gibt immer neue Aufgaben, immer wieder ist was Anderes gefragt. Diese Abwechslung mag ich sehr.“

Den Energiebedarf für unser ganzes Spektrum an Produktions-Technologie und Verfahrenstechnik zu reduzieren. Das ist ein roter Faden bei unserer Arbeit im Technikum in Bad Hersfeld.

Dem Werkstoff Holz besonders verbunden

Eine von vielen Praxis-Aufgaben im Technikum: Kunden, die Holz verarbeiten, bei kniffligen Aufgaben unterstützen. So gilt es zum Beispiel, Anlagen zu entwickeln, die Furnierhölzer aus Buche oder Pappel, die zur Welligkeit neigen, glatt zu trocknen. Das Team in Bad Hersfeld löst das mit einem speziellen Bandtrockner für den Kunden. Holz! Bei diesem Werkstoff läuft Carsten Burkert fachlich wie emotional zur Höchstform auf. Er besitzt und bewirtschaftet ein Stück Wald in der Region, hat etwa nach den Sturmschäden von Frederike rund 40 Festmeter Brennholz gemacht. „Das kommt in den Grundofen in unserem Haus. Und im Wald wird natürlich wieder aufgeforstet. Das Ganze nachhaltig zu betreiben, ist mir sehr wichtig.“ Holz – bei weitem nicht der einzige Werkstoff und das einzige Thema, mit dem Burkert bei Grenzebach BSH zu tun hat.

Arbeit mit Studenten

Er hilft beispielsweise Studenten, den mechanischen Teil ihrer Diplom-, Bachelor- und Masterarbeiten richtig abzubilden. Eine der jüngsten Diplomarbeiten: Einen Wirbelbettkühler für eine Cristobalit-Anlage, die in Vietnam für die Produktion aus Quarzsand realisiert wurde, im Labormaßstab entwickeln. „Die Anlagen am Computer zu zeichnen und zu konstruieren, das sind wichtige Schritte. Aus meiner Sicht ist es ebenfalls von großer Bedeutung, dass die Anlagen auch unkompliziert zu warten und zu reinigen sind“, merkt Burkert an. Es sei ein tolles Gefühl, wenn man am Ende Fotos von den Kollegen gezeigt bekommt, die den Trockner in voller Größe bei der Inbetriebnahme zeigen. Von Holz über Cristobalit zu Gips: „Im Technikum haben wir auch ein kleines Gipswerk. Und da beschäftigt uns, wie wir den Einsatz von Wasser und damit verbunden den Energiebedarf für den Trockner reduzieren können. Denn das hinzugefügte Wasser muss später wieder aus dem Gips. Je weniger Wasser wir zusetzen, desto sparsamer kann der Kunde am Ende arbeiten.“ Und im hauseigenen Labor, das zum Technikum gehört, gehen die Kollegen mit chemischen Verfahren den Details der Rohgips-Materialien auf den Grund, so dass ein Gipswerk für den Kunden exakt nach seinen Bedürfnissen ausgelegt wird.

Ich mag es, mit den Studenten zu arbeiten. Manche Diplomanden sind eher praktisch veranlagt, andere am Computer stärker. Diese unterschiedlichen Talente finde ich sehr interessant.

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